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Verzweifelter Projektmanager – Ein sensationelles Ergebnis in nur zwei Sitzungen

Als der Klient ins Coaching kam, wirkte er sehr verzweifelt. Sein Ziel: Die Arbeit sollte ihm wieder Spaß machen und er wollte sich selbst „neu sortieren“. Als Projektmanager in der Software-Entwicklungs-Branche hatte er ein für seine Firma äußerst wichtiges und umfangreiches Projekt zu verantworten. Doch er fürchtete zunehmend mehr, damit grandios zu scheitern. Der Druck, den er erlebte setzte ihm sosehr zu, dass er gerade eine Magenentzündung hinter sich hatte, und dass er auch in seiner wenigen Freizeit keine wirkliche Entspannung fand, denn er war zu keiner Lebensfreude mehr fähig. Er konnte sich zu nichts mehr aufraffen, was ihm früher Spaß gemacht hatte, es bereitete ihm am Wochenende Mühe, überhaupt das Bett zu verlassen – und manchmal blieb er einfach liegen. Das half ihm aber auch nicht, sondern trug noch dazu bei, seine gereizte Stimmung zu verstärken.

Im Projekt selbst lief in seinen Augen gerade alles schief, Kundentermine müssen immer wieder verschoben werden, was ihm großes Magendrücken verursacht. Auf der anderen Seite gibt es auf Kundenseite einen Perfektionisten, der, ohne auf Prioritäten Rücksicht zu nehmen, auch den kleinsten Fehler aufspürt, was den Klienten und sein Team eine Unmenge Zeit kostet. Nichts im Projekt erfüllte die Erwartungen des Klienten und dabei merkte er auch selbst, dass es ihm schwerfiel, sich gut zu organisieren.

Mit dieser Zustandsbeschreibung bot der Klient das Bild eines Menschen, der gerade dabei war, total den Überblick zu verlieren, bzw. ihn schon verloren hatte. Außerdem war klar, dass er in einem permanenten Alarm-Zustand lebte, hervorgerufen durch die Angst, mit diesem so wichtigen Projekt zu scheitern. Auch dieser Alarm-Zustand bereitete ihm große Sorgen, denn: „Ich weiß überhaupt nicht, was los ist mit mir, ich kenne das überhaupt nicht! Ich bin immer sehr gern zur Arbeit gegangen, aber im Moment muss ich mich zwingen.“

In der ersten Coachingsitzung analysierten wir zunächst seine Art der Selbstorganisation, die alles andere als optimal war. Als zweites wurde deutlich, wie schwer es dem Klienten fällt, sich dem Kunden gegenüber abzugrenzen. Er gab selbst solchen Kundenwünschen nach, die aus Projektsicht unsinnig oder unvernünftig waren. Durch dieses Bestreben, es dem Kunden in allem Recht zu machen, kam es zu permanenten Änderungen, die die ganze Projektgruppe belasteten.

Wir arbeiteten in der ersten Sitzung zunächst Wege und Möglichkeiten heraus, das Projekt besser zu strukturieren und sein Selbstmanagement zu verbessern. Im Coaching wurde aber auch sehr deutlich, dass, wenn wir seinen Alarmzustand nicht beendeten, der Klient immer wieder zwischen allen Tätigkeiten hin und her springen würde. Der innere Alarm, die Angst vor dem Scheitern, würde immer aufs Neue verhindern, dass er strukturiert arbeitet. Ich bot dem Klienten deshalb an, ein IntrovisionCoaching mit ihm zu machen.

IntrovisionCoaching ist eine schnelle, elegante Möglichkeit mit wenig zeitlichem Aufwand großartige Veränderungen zu erzielen. Ursprünglich an der Universität Hamburg entwickelt, haben wir aus einer Methode, die Lehrern helfen sollte, ihren Stress zu bewältigen, ein Coachingformat gemacht, das zu beeindruckenden Resultaten führt. Mit IntrovisionCoaching lassen sich Stress, innere Blockaden, negative Denkmuster und Glaubenssätze dauerhaft auflösen. Selbst fest verankerte, kontra-produktive Verhaltensmuster, die resistent gegen Veränderungen schienen, machen „plötzlich“ dem neuen, gewünschten Verhalten Platz.
Wenn jemand eine belastende oder schlimme Situation erlebt – sei es mehrfach, vielleicht intensiv über mehrere Jahre hinweg in Kindheit oder Jugend, oder sei es im Falle eines Traumas nur ein einziges, aber dafür umso eindrücklicheres Mal – kann sich ein Alarm in der Amygdala bilden. Die Amygdala ist Teil des limbischen Systems, das Informationen sowohl aus dem Organismus, als auch Botschaften von außen verarbeitet und sie bewertet.

Der Alarm, der sich, aus welchem Grund auch immer, in der Amygdala installiert hat, warnt: „Achtung – höchste Gefahr! Diese Situation ist unter allen Umständen zu vermeiden!“ Und der Alarm wird in Zukunft immer dann sofort anspringen, wenn, tatsächlich oder vermeintlich, die Gefahr besteht, dass sich die Situation genauso entwickelt, wie es unter keinen Umständen sein darf. Dieser Alarmzustand, in den jemand geraten kann, ist eine Stressreaktion, die in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit eine überlebenswichtige Rolle gespielt hat. Denn die von der Amygdala initiierte augenblicklich Ausschüttung von Stress-Hormonen befähigt den Menschen, von Null auf Hundert Höchstleistungen zu erbringen, um zu fliehen oder zu kämpfen.

Da der Alarm in der Amygdala Bestandteil einer Überlebensreaktion war, springt er so schnell an, dass rationale Überlegungen, die im viel langsameren Großhirn ihren Ursprung haben, für gewöhnlich nichts dagegen ausrichten können, denn sie kommen immer erst im Nachhinein. Die Amygdala macht dabei keinen Unterschied, ob die Situation im Moment tatsächlich gefährlich ist oder ob sie nur auf Grund vergangener Erfahrungen von uns als gefährlich eingestuft wird – die Stressreaktion ist die gleiche. Dieser innere Stresszustand zwingt den Menschen, sich auf eine ganz bestimmt Art und Weise zu verhalten, selbst wenn das sogar in seinen eigenen Augen gar keinen Sinn macht. Doch alle hinterher getroffenen Entschlüsse, es beim nächsten Mal aber wirklich anders zu machen, verpuffen – schrillen die Alarmglocken erst einmal, setzen sofort die alten Gefühle ein mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen und schon folgt man dem altbekannten Handlungsmuster, das irgendwann einmal als „Überlebensstrategie“ eingesetzt wurde – vielleicht weil man als Kind keine Verhaltensalternative hatte.

Der Sinn eines jeden Alarms besteht darin, eine Handlung auszulösen: Flucht, Kampf oder sich Totstellen, wobei die moderne Form des sich Totstellens wahrscheinlich die Anpassung/ Unterwerfung ist. Ein Alarm allerdings, auf den keiner reagiert, ist sinnlos! Da unser Gehirn ein viel zu effizientes Organ ist, um sich eine sinnlose Verschwendung von Energie – und ein Alarm kostet viel Energie! – zu leisten, wird es den Alarm löschen, wenn keine Reaktion mehr erfolgt.
An diesem Punkt setzt IntrovisionCoaching an: Mit dieser Methode lässt man den Alarm in der Amygdala leerlaufen, sodass jene Reize, die ihn bislang triggerten, keine Reaktion mehr auslösen. IntrovisionCoaching bedient sich dabei einer Form der Achtsamkeitstechnik aus dem „Mindfulness Based Stress Reduction“ – Programm, die sich von den Klienten noch während der ersten Sitzung erlernen lässt. Diese weitgehend meditative Technik besteht darin, eine innere Haltung einzunehmen, bei der man, ohne zu bewerten rein beobachtend wahrnimmt, welche Gedanken kommen und gehen, welche Gefühle sich einstellen und welche körperlichen Reaktionen auftreten, wenn man sich dem Alarm auslösenden Gedanken aussetzt, den Coach und Klient vorher gemeinsam erarbeitet haben. Um Veränderungen während der Arbeit mit IntrovisionCoaching feststellen und einordnen zu können, bewertet der Klient auf einer Skala von 1 bis 10 den Grad seines Alarmzustands.

Wichtig für die Arbeit mit IntrovisionCoaching ist, dass der Klient auch zu Hause die Übung weiter durchführt, entweder bis sein Alarm bei Null angekommen ist oder bis zur nächsten Sitzung. Die Übungen müssen auf jeden Fall weitergeführt werden, bis der Alarm gänzlich bei Null ist, denn jeder noch vorhandene Rest-Alarm kann sich, wenn der Reiz nur hoch genug ist oder sich das äußere Stress-Level erhöht, kann sich wieder aufschaukeln. Das passiert jedoch nicht, wenn der Alarm gelöscht ist – dann bleibt er ein für alle Mal verschwunden.

Um den inneren Alarm des Klienten zu aktivieren, haben wir mit dem Satz gearbeitet „Es kann sein, dass ich mit meinem Projekt total scheitere und dann abgelehnt werde“. Der Alarm schien zunächst gar nicht so hoch zu sein, nur etwa vier oder fünf auf einer Skala von zehn, doch ich riet dem Klienten, seine Übungen zu Hause trotzdem mit diesem Satz zu machen. Wie sich das für ihn ausgewirkt hat, zeigen seine E-Mails, die mit seiner Erlaubnis hier veröffentlicht werden dürfen.

In der zweiten Sitzung haben wir uns noch einmal gründlich mit seiner Selbstorganisation beschäftigt und Wege erarbeitet, wie er sein Selbstmanagement optimieren kann. Anschließend bearbeiteten wir mit IntrovisionCoaching einen zweiten Alarm, der sich durch den Satz auslösen ließ „Es kann sein, dass ich mich abgrenze und dann total abgelehnt werde“. Und welch eine revolutionäre Wende das für ihn gebracht hat, können Sie ebenfalls in seinen E-Mails nachlesen.

Mail nach der ersten Sitzung:

Freitag, 25.05.2018
Stimmung sehr optimistisch. Viel über das Thema „Was sind meine Prioritäten, was muss ich selber machen, was muss ich delegieren?“ nachgedacht. Scrum Rollenbeschreibung „Scrum master“ und „product owner“ eingelesen.

Samstag, 26.05.2018
Morgens 2x hintereinander die Introvision Übung gemacht. Weiß nicht, ob ichs richtig gemacht oder dabei zuviel gedacht habe. Das Gefühl wie in Konstanz konnte ich nicht feststellen. Viele Personen aus dem Projekt sind mir durch den Kopf gegangen. Der Gedanke „Was kann mir eigentlich wirklich passieren?“ kommt mir immer wieder in den Sinn. Ich glaube, ich habe meine Prioritäten für die nächsten Tage gefunden. Der Satz „Will ich es dem Kunden oder dem Projekt recht machen?“ geht mir immer wieder durch den Kopf. Vllt muss ich öfter mal riskieren, den Kunden kurzfristig notfalls auch zu verärgern, damit das Projekt am Ende zu einem guten Ende kommt.

Sonntag, 27.05.2018
Übung am Vormittag zweimal hintereinander gemacht. Es fällt mir schwer, mich in die Situation „das Projekt scheitert total“ hineinzudenken. Ich denke immer wieder „Wie würde sich das anfühlen?“. Am Nachmittag Kino, danach kurzfristig Frust, dass das Wochenende schon bald vorbei ist und morgen das Projekt weiter geht. Viel darüber nachgedacht, wo meine Verantwortung aufhört und die meiner Kollegen, insb der Entwickler, anfängt.
Meine Frau hat den Eindruck, dass ich weniger gestresst aussehe (Augen). Heute schon?

Montag, 28.05.2018
Übung in der Früh zweimal hintereinander gemacht. Kurzer Frust, dann aber optimistisch ins Büro. Der Versuch, die Entwickler darauf hinzuweisen, dass sie auch ihren Beitrag im Sinne effizienter(er) Programmierung leisten müssen, ging in die Hose. Entwickler: Wenn ihr (Projektleiter) immer umpriorisiert, dürft ihr euch nicht wundern. 
Teilprojektleitermeeting war ok. Eigentlich war der Tag relativ entspannt. 
Abends jetzt (18:40) die Übung nochmals wiederholt. Das „beklemmende“ Gefühl wie beim ersten Mal in Konstanz hatte ich bisher nicht mehr. 
Hab am Nachmittag pausiert. Jetzt nochmals zwei drei Stunden arbeiten. 

Dienstag, 29.05.2018
Nach dem Aufwachen etwas angespannt/nervös, Blutdruck erstmals seit vielen Tagen bei zwei Messungen zu hoch. Heute ist um 08:30 Projektleiter-Telefonkonferenz. 
Morgens zwei mal die Übung gemacht. Gedanken: es gibt in unserer Firma so viel zu tun. Alle, die seit Anfang dabei sind haben immer wieder ein Aufgabengebiet. Gefühle während der Übung: die Nervosität legt sich. 
PL-TelKo ist sehr konstruktiv verlaufen. Ab und zu ist ein leichtes Gefühl der Unsicherheit aufgekommen, war aber nicht schlimm.
Mir fällt auf, dass ich immer öfter den Gedanken „Was kann denn eigentlich wirklich passieren?“ habe – und dass mich dieser Gedanke beruhigt. 
Die Übung am Vormittag nochmals wiederholt. Es kamen Gedanken wie „der Kunde akzeptiert mich in Zukunft in keinem Meeting mehr, egal welches Thema ich bearbeite“ auf. Aber eigentlich keine Gefühle dabei. Ich bin während der Übung sehr entspannt. Tagsüber passiert nichts Besonderes. 

Mittwoch, 30.05.2018
Übung gleich nach dem Aufstehen zwei mal durchgeführt. Bin mit den Gedanken recht weit hin und her gesprungen. Kurz kam ein Bild hoch, dass ich an einem Schreibtisch sitze und es gibt absolut nichts für mich zu tun. Da wurde mein Herzschlag kurz schneller. Aber dann kam irgendwie der Gedanke „schön soviel Geld verdienen und nichts mehr dafür tun zu müssen“. 
Eigentlich bin ich bei der Arbeit recht entspannt. Es sind heute zwei Fehler aufgetreten, die ggf zum Problem werden. Ich möchte zwar möglichst genau den Status kennen, denn diese Themen werden heute in der Statustelko vermutlich angesprochen, aber Stress erzeugen die Punkte nicht. 
Was mir immer wieder in die Gedanken kommt bzw was mich aus anderen Arbeiten rausreißt, ist ein Meeting am kommenden Dienstag. Da wir vermutlich nicht alle offenen Fehler bis zum Liefertermin 30.06. beheben können, müssen wir mit dem Kunden die offenen Themen priorisieren. Solche Meetings hatten wir schon früher und die waren meist sehr emotional. Ich kann aber nicht sagen, ob das jetzt Angst vor diesem Meeting ist, oder einfach ein lustloses „nicht schon wieder mit dem XY diskutieren/ streiten. Oder vllt ist es doch die Angst, im Meeting nicht die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu haben. Aber das sollte dann ja eigentlich nimmer passieren, wenn ich im Meeting nicht mehr in den Tunnelblick verfalle. Warum schaff ichs eigentlich nicht, mich auf das Meeting zu freuen „das wird ein lustiges Hin- und Hergefetze“. 
15:45 – Telefonat mit einem externen Berater. Er: „Wie geht es Ihnen?“ Ich: „Danke, gut.“ Er: „Das erkennt man an Ihrer Stimme. Was war los?“ Ich erkläre ihm, dass ich ein Coaching absolviert habe, um mit meiner Situation besser umgehen zu können. Er: „Ihrem Coach müssen Sie ein Essen extra zahlen – der hat viel verändert!“

Donnerstag, 31.05.2018
Übung gleich in der Früh zweimal durchgeführt. Ist irgendwie entspannend?!?! Rückblickend war die Woche bisher durchaus gut und produktiv: Projektreport erstellt, Controlling durchgeführt, Projektplan aktualisiert, eine Tabelle aktualisiert, die schon ewig veraltet rumlag. Das Jourfixe vom Montag geht mir immer wieder durch den Kopf. Die Entwickler arbeiten nicht effizient genug und pragmatisch genug, auf das Ziel „Lieferung 30.06.“ = ich hab nur das Gefühl, das auf gewissen Beobachtungen basiert, ich hab aber keine „Beweise“. Warum hab ich nicht auf eine konkrete Situation gewartet und die dann mit den Entwicklern analysiert. Oft fällt es mir leicht, mich in die Entwickler hinein zu versetzen und ihr Handeln zu verstehen. Aber ab und zu denk ich mir „mir fehlt die Kraft, um euch immer wieder zu verstehen. macht endlich euren Job und kümmert euch einfach drum, rechtzeitig fertig zu werden. und programmiert nicht immer einfach dahin, bis euch das Ergebnis gefällt, und teilt mir dann mit, dass es halt mal wieder länger gedauert hat. Und ich soll dann einfach wieder den Plan anpassen und den weiteren Verzug melden.“ Warum schaffe ich es nicht, alle davon zu überzeugen, dass der nächste Termin so wichtig ist? Weil wir schon so viele Termine gerissen haben und es eigentlich trotzdem immer wieder weiter ging?
Gestern gab es eigentlich eine ganze Menge positiver Rückmeldungen zu meiner Arbeit und zur Arbeit des Teams. Gestern war ein guter Tag!
Das was ich hier mache – war das eigentlich die Aufgabenstellung von Ulrich?
Hab begonnen, das Introvision-Buch zu lesen. Ich weiß nicht, ob ich die Übung richtig mache. Erstens steht da „max 10 Minuten“ – die Übung zweimal hintereinander machen ist dann wohl falsch. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mir nicht zu krampfhaft die Situation des Scheiterns vorzustellen versuche statt einfach nur die Reaktion auf den Satz zu beobachten. Vielleicht spüre ich deshalb die Angst nimmer so wie in Konstanz? Morgen früh neuer Versuch. 

Freitag, 01.06.2018
Heute erstmals die Übung vor dem Aufstehen und nur einmal durchgeführt. Keine so gute Idee – eingeschlafen.
Der Tag war sehr gut. Hab mit einem Kollegen, der viel Erfahrung mit großen Projekten hat, die aktuelle Projektsituation besprochen und ein paar gute Anregungen bekommen.

Mail nach der 2. Sitzung

anbei die Notizen der letzten Tage. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Situation. Ich tue mich etwas schwer mit der Bewertung, ob der Alarm jetzt auf 0 oder 1 ist. Manchmal denk ich mir dann, vielleicht hört man sein Herz immer lauter klopfen, wenn man sich darauf konzentriert…. Aktuell mach ich jeden Tag die Übung (abgrenzen) nach dem Aufstehen und die Übung (scheitern) vor dem Schlafen gehen. So richtig auffällig war dabei nur der Tag direkt nach dem zweiten Coaching. Danach war die Reaktion auf beide Übungen immer sehr überschaubar.

Donnerstag, 07. 06.
Nach dem Aufstehen Übung 2 gemacht. Ich habe zu Beginn der Übung gemerkt, dass ich nervös bin. Etwas Herzklopfen. Bilder von Personen, bei denen es mir schwer fällt, mich abzugrenzen. Das Herzklopfen wird beim Satz etwas mehr – nur ganz wenig.  Dann, beim letzten oder vorletzten Mal, dass der Satz gesagt wird, sehe ich mich, wie ich als Schulkind ein Zeugnis oder einen Zettel mit einem Test meiner Mama zeige. Und das Kind sagt zu mir „mach das ja nicht mit deinen Kindern“. Ich bekomme einen Weinkrampf. Die Übung ist aus. Wie kann ein Satz das auslösen? Wert auf einer Skala von 1-10 –> 15.
Hätte ich die Übung jetzt ein zweites Mal machen sollen? Befreiend war das Erlebnis jetzt nicht gerade, das Bild geht mir etwa eine Stunde lang nicht aus dem Kopf. Geht’s mir jetzt wieder so wie vor dem ersten Coaching? Ist das Positive jetzt mit einem Mal wieder weg?
Danach ist Gott sei Dank ein Telefonat mit einem Berater angesagt – da merke ich dann aber, dass es mir nach wie vor gut geht. Obwohl ich mit diesem Berater normalerweise versuche, möglichst wenig Zeit zu verbringen, telefonieren wir nicht nur die geplanten 30 Minuten sondern fast eine ganze Stunde. Normalerweise sträube ich mich dagegen, Vorschläge dieses Beraters umzusetzen – heute höre ich mich „Sie haben Recht, das ist ein guter Vorschlag“ sagen.
Ich habe schon ein paar Ideen für Themen aus Quadrant 2 – meine Todo-Liste nimmt im Kopf schon mal gewisse Formen an. Die Auswahl eines Tools, um das ganze zu verschriftlichen ist der erste Punkt. 
Jetzt ist es 11:30 Uhr – und heute ist schon soviel passiert. Der Rest des Tages wird jetzt ein richtiger Urlaubstag – ohne Firmenthemen. Vermutlich werden mir aber die Gedanken von heute morgen immer wieder mal in den Kopf kommen. 
Am Nachmittag während der Heimfahrt noch zwei Telefonate mit meinen Kollegen geführt. Derzeit sieht alles positiv aus. Mit einem Kollegen Ideen für die nächste Projektphase besprochen. Viel Energie meinerseits. Sein Kommentar: „Komm von deinem Coaching Hoch wieder in deine normale Projektdepression runter“

Freitag, 08. 06.

Nach dem Aufstehen die Übung 2 (abgrenzen) durchgeführt. Im Gegensatz zu gestern war heute wenig Reaktion. Skala: 2 bis 3. Der Tag war gut. Ich hab mit dem Ausmisten der Mailbox begonnen. Ziel „Zero-Inbox“ ist noch nicht erreicht, aber nach dem Wochenende ist das realistisch. Und der automatische Check nach neuen EMails ist nun deaktiviert, dh auch in der Fußzeile kommt nicht mehr der kleinste Hinweis, dass ggf neue EMails warten. Weiters damit begonnen, die Strukturen für die nächste Projektphase zu planen. Und es gab heute einen neuen Projektreport – zur Zeit geht’s einfach in allen Belangen bergauf – faszinierend.
Am Abend dann die Übung 1 (scheitern) durchgeführt. Keine Reaktion.

Samstag, 09.06.
Nach dem Aufstehen die Übung (abgrenzen) einmal durchgeführt. Skala: 1-2.
Seit langem habe ich heute zum ersten Mal wieder das Gefühl, dass ich mich darauf freue, zu arbeiten – heute wird die Mailbox weiter ausgeräumt. Es geht mir wirklich gut.
Am Abend vor dem Einschlafen noch die Übung (scheitern) einmal gemacht. Skala: 1.

Sonntag, 10.06.
Am Morgen die Übung (abgrenzen) einmal durchgeführt. Skala: 1. Diesmal hatte ich auch kein nervöses Gefühl mehr. Keine besonderen Gedanken.
Mailbox fertig aufgeräumt – ZERO Inbox 🙂
Nächstes Projekt: Todoliste
Schon mal aus den Gedanken eine initiale Lister mit Todoist erstellt und ein paar Videos zum Umgang mit Todoist angesehen.
Abends die Übung (scheitern) durchgeführt. Skala: 1

Montag, 11.06.
Nach dem Aufstehen die Übung (abgrenzen) durchgeführt. Skala: 2. Es kommt ein bisschen Herzklopfen, aber nicht viel. Keine speziellen Bilder.
Bin heute etwas aufgeregt/aufgewühlt, weil‘s meiner Tochter nicht gut geht. Sie ist mit ihren Arbeitsergebnissen für die Schule nicht zufrieden und muss grade furchtbar weinen. Vllt kommt das Herzklopfen auch davon. 
Das war dann heute der erste Tag, ab dem ich nach Todo-Liste gearbeitet habe. Macht Sinn. 
Am Abend die Übung (scheitern) einmal gemacht. Skala: 1

Dienstag, 12.06.
In der Früh die Übung (abgrenzen) einmal durchgeführt. Skala: 2. Die Übung löst nur mehr ganz wenig aus. Aber ein klein wenig mehr Herzklopfen spüre ich immer noch. 
Der Tag war gut. Arbeiten nach Todo-Liste ist gar nicht so einfach. Auch dem Drang zu widerstehen, zwischendurch mal in die Inbox zu schauen, ob nicht doch eine neue Mail da ist, ist sehr verlockend. Aber es geht voran. Auch heute wieder ein paar Todos erledigt, dh Produktivität steigt.
In einem Meeting und dann beim Abendessen mit dem Kunden habe ich bemerkt, dass es mir leichter fällt, „unangenehme“ Themen anzusprechen. Es ist nicht perfekt, aber es ist besser. Ich bin bewusster in der Diskussion.
Am Abend dann noch Übung (scheitern) durchgeführt. Skala 1.

Mittwoch, 13.06.

Übung (abgrenzen) nach dem Aufstehen einmal durchgeführt. Skala: 1
Das Arbeiten nach Todo-Liste hat heute nicht so gut geklappt. Letztlich hab ich mich entschieden, Todo’s die mir „eingefallen“ bzw die bei mir aufgeschlagen sind, ohne den Umweg über die Todo-Liste adhoc zu bearbeiten – waren die wirklich alle Quadrant 1? Hmmmm…mit etwas Wohlwollen schon. Dadurch hab ich dann die eigentlich für heute geplanten Todos nicht mehr erledigen können. Aber auch in dieser Situation gibt mir meine Liste die Sicherheit, dass ich mich nicht verlaufe. Der Stress kommt offenbar weniger vom Wissen, das etwas unerledigt geblieben ist, sondern von der Unsicherheit, ob was Wichtiges übersehen wird.
Übung (scheitern) am Abend ausgeführt. Skala: 1

Donnerstag, 14.06.

Übung (abgrenzen) am Morgen durchgeführt. Skala: 2. Ab und zu kommt das Bild von jemandem hoch, der sich komplett von mir abwendet (heute wars mein Projektleiter-Gegenüber beim Kunden). Da merke ich dann, dass mein Herz intensiver schlägt/pocht. Aber Panik/Verzweiflung kommt nicht auf. Ich weiß nicht, ob‘s mir egal ist, oder ob ich einfach nicht glaube, dass diese Art der kompletten Abwendung passieren wird. 
Der Arbeitstag war gut. Die Todoliste ist ein echter Gewinn. 
Ich hatte ein paar mäßig schwierige Gespräche mit Kollegen und dem Kunden. Ich glaube, ich bin wirklich entspannter. Schön langsam glaube ich daran, dass mein „Hoch“ auch die nächste Projektkrise überdauern kann.

3. Mail

Das Arbeiten mit der Todo-Liste hat mich ebenfalls einen Schritt weiter gebracht. Es gibt mir eine gewisse Struktur und ich merke, dass ich jetzt den einen oder anderen Punkt einfach angehe, den ich früher so vor mir hergeschoben habe. Kommende Woche bin ich zwei Tage weg und mach die Scrum Master Ausbildung, danach hab ich mir noch 10 Supporttage eingekauft, damit ich mich in Richtung Product Owner spezialisieren kann. Das wird uns im Projekt nochmal einen deutlichen Schritt weiterbringen.
Also zusammengefasst: meine Tochter würde sagen „es läuft“ 🙂
Hast du noch Hinweise für mich? Gibts noch etwas, das ich angehen sollte? Ist aus deiner Sicht noch ein Termin empfehlenswert/sinnvoll?
Hier mein Tagebuch:

Freitag, 15.06.

Vor Arbeitsbeginn die Übung (abgrenzen) durchgeführt. Skala 1. Die Übung hat heute nichts ausgelöst. Freue mich auf diesen Tag. 
Meeting mit Scrum Spezialisten. Neue Projektstruktur nimmt Form an. Sehr ergiebiger Tag. Kundenmeetings trotz schwieriger Situation gut verlaufen. 
Am Abend die Übung (scheitern) einmal durchgeführt. Skala 1.

Samstag, 16.06.
Übung (abgrenzen) nach dem Aufstehen einmal durchgeführt. Skala 2.
Am Abend Übung (scheitern). Skala 1.
Die mögliche Optimierung im Projekt lässt mich gedanklich kaum los – positiv. Die Arbeit macht wieder Spaß. Und ich hab auch wieder mehr Spaß an Freizeitaktivitäten und an Gesprächen mit Freunden und Bekannten. 

Sonntag,17.06.
Übung (abgrenzen) nach dem Aufstehen durchgeführt. Skala 1.
Voller Tatendrang – werde mich aber zu einem freien Tag „zwingen“. Naja – vielleicht ein wenig über Scrum lesen.
Nach dem Lesen eines halben Scrumbuchs bin ich überzeugt, dass wir hier auf dem richtigem Weg sind. In meiner Vorstellung entsteht ein immer klareres Bild, wie das Projektteam in naher Zukunft aussehen soll.
Vor dem Einschlafen die Übung (scheitern) durchgeführt. Skala 0. Keine. besonderen Gedanken. Keine körperlichen Reaktionen.

Montag, 18.06.
Übung (abgrenzen) nach dem Aufstehen durchgeführt. Skala 1. Es gibt keine großen Reaktionen, Gefühle, Gedanken – aber dass diese Übung absolut gar nichts in Gang setzt, kann ich auch nicht behaupten.
Heute gibt es viele spannende Besprechungen, viel Überzeugungsarbeit. Mal sehen, wie ruhig, kontrolliert, überlegt ich bleiben kann und ob/wann die Hormone übernehmen.
Erfolgreicher Tag! Beschluss zur Prozessverbesserung im Projekt wurde gefasst. Ich werde mich zukünftig vor allem um die Klärung und Priorisierung der Anforderungen kümmern. Details werden wir in den kommenden 3 Wochen ausarbeiten. 
Am Abend Übung (scheitern) durchgeführt. Skala 0

Dienstag, 19.06.
Übung (abgrenzen) nach dem Aufstehen durchgeführt. Skala 1. Heute fiel es mir schwer, die weite Wahrnehmung aufrecht zu erhalten. So viele Gedanken zu den Ideen für die nächste Projektphase schießen mir durch den Kopf.
Was ist anders zu früher? Ich hab unzählige Gedanken, aber es gelingt mir trotzdem, ruhig zu bleiben. Ich hab einen Plan, wie ich die nächsten Tage angehe, bzw. was in den nächsten Tagen wirklich wichtig ist, das ist sehr beruhigend.
Scrum Ausbildung wurde heute fixiert. Nächste Woche bin ich im Kurs. 
Zwei Dinge waren heute für mich bemerkenswert:
Das Angebot für die Scrum-Ausbildung: Der Berater hat mich informiert, dass er am letzten Freitag nicht bedacht hatte, dass ein Kollege die ganze Woche im Urlaub ist – daher sei das angedachte Angebot schwierig umzusetzen. Früher hätte ich hier wohl gesagt: „Naja, wenn’s nicht möglich ist, dann schade“. Stattdessen habe ich zurückgeschrieben „Ich verlass mich drauf, dass du das möglich machst“. Erste Antwort „danke für den Druck :)“. Zweite Antwort: „Wir haben eine Lösung gefunden.“ Das fühlt sich gut an.
Es ist mir erstmals im Meeting mit einem Berater gelungen, mich für etwas, das nach meiner Meinung außerhalb meiner Einflusssphäre liegt, nicht verantwortlich zu fühlen. Ich hab argumentiert, warum ich der Meinung bin, dass ich alles Notwendige unternommen habe – und dass nun der Lieferant einfach die Konsequenzen dafür tragen muss, dass er seinen Job nicht gemacht hat. Früher hätte ich an dieser Stelle nach Fehlern bei mir gesucht, heute war es mir egal. Rückblickend fast schon erschreckend 🙂
Am Abend mit dem Berater und zwei Kollegen Essen gegangen. Ich habe in den Gesprächen gemerkt, dass ich wieder sehr selbstbewusst / selbstsicher bin.
Am späten Abend die Übung (scheitern) durchgeführt. Skala 1. Was ändert sich während der Übung? Das Herzklopfen steigt ein bisschen an. 

Mittwoch, 20.6.
Übung (abgrenzen) durchgeführt. Skala 0. Heute habe ich den Text gehört/befolgt und keine Beobachtungen gemacht, keine Reaktionen bemerkt. 
Das Statusmeeting heute hat für mich gut geklappt. Ich bin relativ ruhig geblieben und meine eigene Wahrnehmung war, dass die Hormone nie die Kontrolle übernommen haben. Ich bin sehr zufrieden. 

In nur drei Wochen eine so komplette Veränderung seines Gefühlslebens, seiner ganzen Lebenshaltung zu erleben, hätte sich der Klient zu Beginn des Coaching noch nicht einmal im Traum vorstellen können. Wir machen solche Erfahrungen mit IntrovisionCoaching ständig. Deshalb ist diese Methode in unseren Augen die perfekte Ergänzung zu allen anderen Coaching-Tools, die selbstverständlich, auch das zeigt dieser Fall exemplarisch, ebenfalls gebraucht werden. Doch mit herkömmlichem Coaching allein wäre dem Klienten ganz sicher nicht so schnell und gründlich zu helfen gewesen. Das macht IntrovisionCoaching so einzigartig.

Drei Ziele und das Ding mit der Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit ist ein unhandlicher Begriff – aber eine wichtige Sache, denn es bedeutet, dass man sich selbst für fähig hält, etwas zu bewirken. Wer nicht an seine Selbstwirksamkeit glaubt, der hat auch keinen inneren Antrieb, etwa an den eigenen Lebensumständen, dem eigenen Verhalten oder der eigenen Zukunft zu arbeiten: „Es ändert sich ja eh nichts, darauf habe ich sowieso keinen Einfluss, was kann ich schon machen.“ Es stimmt, auf vieles, das großen Einfluss auf das eigene Leben hat, hat man keinen unmittelbaren Einfluss. Aber Menschen machen immer wieder die Erfahrung, dass sie viel mehr erreichen können, als sie vorher glaubten, wenn sie „kleine“ Änderungen vornehmen, die große Wirkungen erzielen. Natürlich können Sie keinen unmittelbaren Einfluss nehmen auf die Welt- oder auch nur die Berliner Politik, auf die Entscheidungen Ihres Konzernchefs oder auf die Fahrpläne der Bundesbahn. Aber Ihr Leben besteht doch aus mehr als Trump, Merkel, Zetsche, Kaeser oder Grube. Und auf das, was Ihr tägliches Leben sehr spürbar und viel unmittelbarer ausmacht, darauf haben Sie sehr wohl Einfluss. Weiterlesen

Warum das Großhirn hinterher hinkt

Seit vier Jahren arbeitet Maria M. nun schon in der Kundenbetreuung und die Arbeit macht ihr großen Spaß. Sie ist intelligent, charmant und witzig, das kommt ihr auch im Umgang mit schwierigen Kunden zugute. Im allgemeinen hat sie überhaupt kein Problem, auch nicht damit, sich gelegentlich gegen zu hohe Ansprüche durchsetzen zu müssen. Darum ist es ihr umso unbegreiflicher, weshalb sie mit Herrn Schmitt überhaupt nicht klarkommt. Weiterlesen

Persönliche Handlungsfreiheit

Politische Freiheit ist uns gegeben (Zum Glück, möchte man heutzutage hinzufügen), Gedankenfreiheit ist uns gewährt, wir brauchen keinen Souverän mehr darum zu bitten, wir sind frei zu heiraten, wen wir wollen, wir können ein Geschäft eröffnen, wenn es uns beliebt, wir können uns entscheiden, tja… und da hakt es manchmal schon.

Wir könnten uns entscheiden, müsste es eigentlich oftmals heißen. Denn die ganz persönliche Entscheidungsfreiheit – die erleben wir manchmal nicht. Nicht weil irgendein Außen uns das verbietet. Das Verbot kommt von innen. Damit ist es mindestens so wirkungsvoll wie ein von außen kommendes Verbot, wenn nicht wirkungsvoller. Weiterlesen

Unter Andersartigen

Anders wäre einfach, wenn anders einfach anders wäre und nicht so schnell mit negativen Labels beklebt würde: befremdlich, seltsam, komisch, … Können Menschen miteinander sein, ohne Wertungen vorzunehmen? Vielleicht ist eine archaische Eigenschaft des menschlichen Naturells, das schon den Neandertalern ermöglicht hat, zwischen gutem und schlechtem Futter oder freundlichen bzw. gefährlichen Artgenossen zu unterscheiden. Die Wertung und der Vergleich (mehr als, intensiver als, weniger als, so gut wie, …) schleicht sich schnell in eine Darstellung und sagt oft genauso viel über den Beschreibenden wie über den Beschriebenen.
Anders. Weiterlesen

Die hochsensible Tauchschule

Wer das Phänomen der Hochsensibilität verstehen will, wird feststellen, dass es nicht so einfach greifbar ist. Kaum will man ihn fassen, den Fisch, flutsch – schon ist er einem wieder entglitten.

Auch wenn mittlerweile viel über die sogenannten Hochsensiblen geschrieben und gesprochen wird, wirken die Beschreibungen oft sehr unterschiedlich, insbesondere für den, der selbst nicht zu dieser Gruppe von Menschen gehört.

Das erklärt sich zum einen daraus, dass die hochsensible Veranlagung nur ein Aspekt der Persönlichkeit ist, der sich durch alles andere hindurchzieht (wie im letzten Blog-Artikel beschrieben: das Kirschwasser in der Schwarzwälder Kirschtorte). Weiterlesen

Die hochsensible Schwarzwälder Kirschtorte

Wie schneiden Sie eine Torte, in Stücke oder in Scheiben? Genau, erst in Scheiben, sofern Sie der Konditor sind und das Gesamtkunstwerk in allen Schichten gestalten. Danach in Stücke, damit jeder von allem was bekommt. Braunen Kuchen, weiße Sahne und rote Kirschen.

Wechseln wir aus der Konditorei in die Persönlichkeitsforschung. Auch dort ist man eifrig bestrebt, die verschiedenen Ebenen, Schichten, Scheiben voneinander zu trennen, die eine Persönlichkeit ausmachen. Dort nennt man sie Faktoren und sie bestehen nicht aus Mehl und Zucker sondern aus Eigenschaften und Verhaltensvorlieben. Besonders populär, gewissermaßen das Spitzenprodukt der Persönlichkeits-Konditorei, ist das Fünf-Faktoren- Modell „Big Five“ mit den Leckereien Extraversion, Offenheit für neue Erfahrungen, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus. Mit dem Grad der Ausprägung dieser Eigenschaften lässt sich ein individueller Charakter bestmöglich beschreiben, sagen diejenigen, die sich in tausenden von Studien damit beschäftigt haben. Jeder Mensch hat demnach sein ganz eigenes Kuchenstück, das sich hinsichtlich der Schichtdicke einzelner Lagen von anderen unterscheidet. Weiterlesen

Alarm heißt „Zu den Waffen!“

Wie geht es Ihnen, wenn Sie sich alarmiert fühlen? Wie ist die Lage, wenn sie als „alarmierend“ beschrieben wird? Nicht gut jedenfalls! Ein Alarm geht immer mit unangenehmen Begleitumständen einher. Und wozu wird ein Alarm installiert? Um vor einer Gefahr zu warnen und alle Menschen, die ihn hören, zu einer Handlung zu veranlassen: Entweder kämpfen oder fliehen. Weiterlesen

Kennen Sie jemanden, der „Willensschwäche“ als erklärtes Ziel hat?

Willensstärke wird wohl von jedem Menschen als durchaus wünschenswerte Eigenschaft  angesehen. Oder kennen Sie jemanden, der für sich lieber mehr Willensschwäche hätte? Willenskraft ist ja auch eine sinnvolle Errungenschaft, denn sie dient im Großen und Ganzen den eigenen Interessen. Wer willensstark ist, erreicht seine Ziele eher als ein Schluffi, der lieber seiner Bequemlichkeit nachgibt. Manche Anstrengung lässt sich nur mit Willensstärke durchhalten. Aber besitzen Sie genug von diesem wunderbaren Elixier? Und wenn Sie gern mehr davon hätten, wie ließe sich das erreichen? Weiterlesen

Ob Stärke oder Schwäche – auf die Dosierung kommt es an

Die meisten Menschen kennen sich mehr oder weniger mit sich aus: Dieses uns jenes sind meine Stärken, und das und das sind meine Schwächen. Die Stärken sind gut und die Schwächen sind schlecht. Oder?

Ich halte diese strikte Zweiteilung nicht für hilfreich. Deshalb halte ich auch nichts von dem Ansatz, der fordert, dass man die Stärken stärken und die Schwächen möglichst tilgen sollte. Denn in meinen Augen verbergen sich auch in den Schwächen sehr nützliche Stärken, man muss sie nur finden und anerkennen. Und genauso kann eine Stärke zur Schwäche werden, wenn sie überproportional ins Gewicht fällt. So, wie jedes Heilmittel, wenn man es überdosiert, zu einem Gift werden kann und jedes Gift, in der richtigen Menge und zum richtigen Einsatz gebracht, eine Heilwirkung haben kann, so sind unsere Stärken und Schwächen Teil eines Ganzen – unserer Persönlichkeit – und müssen nur im richtigen Maß angewendet werden. Weiterlesen