Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hochsensibilität

Anders

Unter Andersartigen

Anders wäre einfach, wenn anders einfach anders wäre und nicht so schnell mit negativen Labels beklebt würde: befremdlich, seltsam, komisch, … Können Menschen miteinander sein, ohne Wertungen vorzunehmen? Vielleicht ist eine archaische Eigenschaft des menschlichen Naturells, das schon den Neandertalern ermöglicht hat, zwischen gutem und schlechtem Futter oder freundlichen bzw. gefährlichen Artgenossen zu unterscheiden. Die Wertung und der Vergleich (mehr als, intensiver als, weniger als, so gut wie, …) schleicht sich schnell in eine Darstellung und sagt oft genauso viel über den Beschreibenden wie über den Beschriebenen. Anders.

Young woman scuba diver exploring coral reef, Maldives atolls, Indian Ocean. Lot of beautiful colored small fish and soft coral on foreground

Die hochsensible Tauchschule

Wer das Phänomen der Hochsensibilität verstehen will, wird feststellen, dass es nicht so einfach greifbar ist. Kaum will man ihn fassen, den Fisch, flutsch – schon ist er einem wieder entglitten. Auch wenn mittlerweile viel über die sogenannten Hochsensiblen geschrieben und gesprochen wird, wirken die Beschreibungen oft sehr unterschiedlich, insbesondere für den, der selbst nicht zu dieser Gruppe von Menschen gehört. Das erklärt sich zum einen daraus, dass die hochsensible Veranlagung nur ein Aspekt der Persönlichkeit ist, der sich durch alles andere hindurchzieht (wie im letzten Blog-Artikel beschrieben: das Kirschwasser in der Schwarzwälder Kirschtorte).

Schwarzwlder Kirschtorte

Die hochsensible Schwarzwälder Kirschtorte

Wie schneiden Sie eine Torte, in Stücke oder in Scheiben? Genau, erst in Scheiben, sofern Sie der Konditor sind und das Gesamtkunstwerk in allen Schichten gestalten. Danach in Stücke, damit jeder von allem was bekommt. Braunen Kuchen, weiße Sahne und rote Kirschen. Wechseln wir aus der Konditorei in die Persönlichkeitsforschung. Auch dort ist man eifrig bestrebt, die verschiedenen Ebenen, Schichten, Scheiben voneinander zu trennen, die eine Persönlichkeit ausmachen. Dort nennt man sie Faktoren und sie bestehen nicht aus Mehl und Zucker sondern aus Eigenschaften und Verhaltensvorlieben. Besonders populär, gewissermaßen das Spitzenprodukt der Persönlichkeits-Konditorei, ist das Fünf-Faktoren- Modell „Big Five“ mit den Leckereien Extraversion, Offenheit für neue Erfahrungen, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus. Mit dem Grad der Ausprägung dieser Eigenschaften lässt sich ein individueller Charakter bestmöglich beschreiben, sagen diejenigen, die sich in tausenden von Studien damit beschäftigt haben. Jeder Mensch hat demnach sein ganz eigenes Kuchenstück, das sich hinsichtlich der Schichtdicke einzelner Lagen von anderen unterscheidet.