Autor: Ulrich Dehner

Handlungsfreiheit

Persönliche Handlungsfreiheit

Politische Freiheit ist uns gegeben (Zum Glück, möchte man heutzutage hinzufügen), Gedankenfreiheit ist uns gewährt, wir brauchen keinen Souverän mehr darum zu bitten, wir sind frei zu heiraten, wen wir wollen, wir können ein Geschäft eröffnen, wenn es uns beliebt, wir können uns entscheiden, tja… und da hakt es manchmal schon. Wir könnten uns entscheiden, müsste es eigentlich oftmals heißen. Denn die ganz persönliche Entscheidungsfreiheit – die erleben wir manchmal nicht. Nicht weil irgendein Außen uns das verbietet. Das Verbot kommt von innen. Damit ist es mindestens so wirkungsvoll wie ein von außen kommendes Verbot, wenn nicht wirkungsvoller.

Alarme

Alarm heißt „Zu den Waffen!“

Wie geht es Ihnen, wenn Sie sich alarmiert fühlen? Wie ist die Lage, wenn sie als „alarmierend“ beschrieben wird? Nicht gut jedenfalls! Ein Alarm geht immer mit unangenehmen Begleitumständen einher. Und wozu wird ein Alarm installiert? Um vor einer Gefahr zu warnen und alle Menschen, die ihn hören, zu einer Handlung zu veranlassen: Entweder kämpfen oder fliehen.

Willenskraft

Kennen Sie jemanden, der „Willensschwäche“ als erklärtes Ziel hat?

Willensstärke wird wohl von jedem Menschen als durchaus wünschenswerte Eigenschaft  angesehen. Oder kennen Sie jemanden, der für sich lieber mehr Willensschwäche hätte? Willenskraft ist ja auch eine sinnvolle Errungenschaft, denn sie dient im Großen und Ganzen den eigenen Interessen. Wer willensstark ist, erreicht seine Ziele eher als ein Schluffi, der lieber seiner Bequemlichkeit nachgibt. Manche Anstrengung lässt sich nur mit Willensstärke durchhalten. Aber besitzen Sie genug von diesem wunderbaren Elixier? Und wenn Sie gern mehr davon hätten, wie ließe sich das erreichen?

Schild 90 - Strke

Ob Stärke oder Schwäche – auf die Dosierung kommt es an

Die meisten Menschen kennen sich mehr oder weniger mit sich aus: Dieses uns jenes sind meine Stärken, und das und das sind meine Schwächen. Die Stärken sind gut und die Schwächen sind schlecht. Oder? Ich halte diese strikte Zweiteilung nicht für hilfreich. Deshalb halte ich auch nichts von dem Ansatz, der fordert, dass man die Stärken stärken und die Schwächen möglichst tilgen sollte. Denn in meinen Augen verbergen sich auch in den Schwächen sehr nützliche Stärken, man muss sie nur finden und anerkennen. Und genauso kann eine Stärke zur Schwäche werden, wenn sie überproportional ins Gewicht fällt. So, wie jedes Heilmittel, wenn man es überdosiert, zu einem Gift werden kann und jedes Gift, in der richtigen Menge und zum richtigen Einsatz gebracht, eine Heilwirkung haben kann, so sind unsere Stärken und Schwächen Teil eines Ganzen – unserer Persönlichkeit – und müssen nur im richtigen Maß angewendet werden.

Einfacher als Sie denken

Es geht leichter als Sie denken!

Gründe dafür, sich selbst verändern zu wollen, gibt es reichlich. Sie alle haben damit zu tun, dass man sich das Leben, die Gestaltung seiner Beziehungen oder die Bewältigung bestimmter Situationen leichter machen will. Dafür ist man bereit, an sich selbst zu arbeiten. Aber: „Arbeit an sich selbst“ – das klingt schon nach Anstrengung, nach Mühsal, Blut, Schweiß und Tränen, nach harter Arbeit halt. Es klingt nicht nach Lebensfreude, Leichtigkeit und Aufatmen. Schade eigentlich, denn genau das sollte ja dabei herauskommen.

Selbstakzeptanz

Arbeiten Sie noch an sich oder sind Sie schon erleuchtet?

Zählen Sie auch zu den gefühlten neunundneunzig, Komma neun Prozent der Menschen hierzulande, die sich selbst nicht zu hundert Prozent bejahen können? Oder können Sie sich selbst ganz und gar so annehmen, wie Sie sind – mit allen kleinen Macken, Unzulänglichkeiten, großen und kleinen Fehlern, Ängsten und Spleens? Dann brauchen Sie gar nicht weiterlesen – schweben Sie hinweg uns lassen Sie Ihr erleuchtetes Licht strahlen. Aber für alle anderen von uns ist es vielleicht doch hilfreich, immer weiterzumachen mit der für die Normalsterblichen nie endenden Aufgabe des persönlichen Wachstums. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist, sich der Seiten der eigenen Persönlichkeit anzunehmen, die man überhaupt nicht mag. Jeder hat Seiten an sich, mit denen er überhaupt nicht in Kontakt kommen möchte. Man fürchtet den Kontakt mit solchen Persönlichkeitsanteilen wie der Teufel das Weihwasser, denn die Gefühle, die sie auslösen, sind sehr unangenehm. Wer spürt schon gern Angst, wer gibt schon gern zu, dass er manchmal grün werden könnte vor Neid, wer verurteilt Kleinlichkeit nicht viel lieber bei anderen als sie bei sich anzuschauen, wer …

Fisch

Sind Sie etwa ein Fisch?

Der Abteilungsleiter nimmt seine Verantwortung als Führungskraft sehr ernst. Als junger Angestellter hatte er sich oft genug darüber geärgert, seinen Chef nur als abgehobenen „Den da oben“ zu erleben. Deshalb ist es ihm besonders wichtig, möglichst immer als Ansprechpartner für seine Mitarbeiter da zu sein. Allerdings steht er unter erheblichem Termindruck. So viel Zeit, wie er gern möchte, kann er sich gar nicht für jeden Einzelnen nehmen. Als heute schon wieder ein Mitarbeiter, der für seine vielen Sonderwünsche bekannt ist, bei ihm anklopft, bedeutet er ihm, dass er darüber jetzt wirklich nicht mit ihm reden will.

Traume

Träume sind Schäume – Pläne sind Schwäne

Unterstützen Sie sich mit der Kraft Ihres Geistes – aber richtig! Wer sich in den letzten Jahren damit beschäftigt hat, wie der Mensch sich selbst bei der Erreichung seiner Ziele motivieren und unterstützen kann, hat meist in etwa folgendes erfahren: Es ist wichtig, sich die Ziele sehr konkret und positiv auszumalen und sich innerlich in den Zielzustand hineinzuversetzen, um so das Unbewusste zu veranlassen, über dieses positive Denken den angestrebten Zustand zu erreichen. Dass das „positive Denken“ längst nicht die Heilsgeschichte ist, wie seine Befürworter glauben machen wollten, hat sich inzwischen herumgesprochen. Psychologische Forschung hat nachgewiesen, dass Menschen, die sich allein auf das „positive Denken“ veranlassen in vielen Situationen sogar schlechter abschneiden als andere, die ohne dieses „Hilfsmittel“ ähnliche Situationen bewältigten, Prüfungen zum Beispiel oder Diäten oder Jobsuche.

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Darf’s ein bisschen Drama sein?

Bei Psychologischen Spielen gibt es, wie bei Gesellschafts- oder Mannschaftsspielen, ganz bestimmte Regeln, denen sie folgen, weshalb man dabei so leicht denkt: „Oh Gott, nicht das schon wieder! Ich weiß genau, was jetzt kommt!“ Psychologische Spiele sind aber auch dadurch gekennzeichnet, dass die Mitspieler wie in einem Schauspiel ganz bestimmte Rollen einnehmen. Die sie sogar einnehmen müssen, damit überhaupt ein Spiel zustande kommt.  Es sind genau drei Rollen, die zu einem psychologischen Spiel gehören und die gemeinsam das sogenannte Drama-Dreieck bilden: Opfer, Retter und Verfolger.